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Weihnachtsmärkte 2026: Wie wir die Termine aus 11.000 Gemeinde-Websites gesammelt haben

14. Oktober 2026 · Umsetzung: nimteg, Kiel

Wann ist der Weihnachtsmarkt im eigenen Ort? Für Großstädte beantwortet das jedes Portal. Für Dörfer und kleine Städte, deren Adventsmarkt nur ein Wochenende dauert, steht die Antwort meist nur auf der Website der Gemeinde. Unsere Karte der Weihnachtsmärkte 2026 sammelt genau diese Termine: aktuell 3.153 Märkte in 2.100 Gemeinden, davon 2.547 mit einem Termin, den die Gemeinde für 2026 bereits veröffentlicht hat.

Umgesetzt hat das Projekt nimteg, ein IT-Dienstleister aus Kiel. Dieser Bericht beschreibt, wie die Daten entstanden sind – und wo sie noch Lücken haben.

Ausgangspunkt: jede Gemeinde in Deutschland

Statt bei bestehenden Verzeichnissen anzufangen, beginnt die Erfassung bei der Verwaltung selbst. Aus Wikidata stammt eine Liste aller rund 11.000 Gemeinden mit amtlichem Gemeindeschlüssel, Einwohnerzahl, Mittelpunkt und offizieller Website. Für fast alle ist eine Website hinterlegt. Damit steht fest, wo gesucht wird, und jede Fundstelle lässt sich eindeutig einer Gemeinde zuordnen – auch bei Namen wie Neustadt, die es Dutzende Male gibt.

Crawlen statt suchen

Ein Crawler besucht jede Gemeinde-Website, liest die Sitemap, folgt Links zu Veranstaltungskalendern und Märkte-Seiten und behält nur Textstellen, in denen ein Weihnachts-, Advents-, Christkindl- oder Nikolausmarkt vorkommt. So schrumpft eine ganze Website auf wenige Absätze. Erst diese Absätze liest ein Sprachmodell und überträgt sie in ein festes Schema: Name, Ort, Termin, Öffnungszeiten, Veranstalter, Eintritt.

Für Städte, deren Märkte nicht auf der Gemeindeseite stehen – typischerweise Großstädte mit eigenem Stadtmarketing –, kommt ein zweiter Weg hinzu: Eine einzelne Websuche liefert nur die Adressen der passenden Seiten, den Rest erledigt wieder der eigene Crawler. Diese Trennung von Suchen, Abrufen und Auslesen hält die Kosten niedrig: Das Sprachmodell liest keine kompletten Websites, sondern nur die vorgefilterten Stellen.

Kein Termin ohne Beleg

Ein Sprachmodell kann einen plausiblen Termin auch erfinden. Deshalb muss es zu jedem Markt den wörtlichen Satz zurückgeben, der den Termin nennt. Ein Prüfschritt sucht diesen Satz anschließend im Originaltext. Steht er dort nicht, oder fehlt das Jahr 2026, wird der Termin nicht als bestätigt veröffentlicht. Jeder Eintrag auf der Karte zeigt dieses Zitat und verlinkt die Quelle.

Viele kleine Gemeinden veröffentlichen ihren Termin erst im November. Für 606 Märkte liegt deshalb nur der Termin des Vorjahres vor. Daraus leitet die Karte den voraussichtlichen Termin 2026 ab – nicht über das Kalenderdatum, sondern über den Abstand zum 1. Advent, weil die meisten Märkte an einem festen Adventswochenende stattfinden. Diese Einträge sind überall als „voraussichtlich“ gekennzeichnet und bekommen für Suchmaschinen kein Event-Markup.

Vom Ortsnamen zum Marktplatz

Eine Karte, auf der jeder Markt in der Ortsmitte steht, hilft nur bedingt. Deshalb wird der genannte Veranstaltungsort – „Marktplatz“, „Wasserschloss“, eine Straßenadresse – mit OpenStreetMap-Daten verortet, begrenzt auf das Gebiet der jeweiligen Gemeinde. Ein „Marktplatz“ kann so nie im Nachbarort landen. Für 1.470 Märkte (47 %) steht die Markierung inzwischen auf dem Platz oder der Adresse aus der Quelle; bei den übrigen sagt die Seite offen, dass sie nur die Ortsmitte oder den Ortsteil zeigt.

Was noch fehlt

Über die Umsetzung

Crawler, Datenaufbereitung und Karte stammen von nimteg aus Kiel. Wer ähnliche Daten für das eigene Geschäft braucht – etwa Termine, Standorte oder Angebote aus Tausenden Websites –, findet dort mehr zu individuellen Crawlern und Geo- und POI-Daten.